
Der Ukrainekrieg hat sich zu einem Drohnenkrieg entwickelt, bei dem Tarnnetze eine wichtige Rolle spielen. In Russland hat die Produktion von Tarnnetzen nationale Priorität. Das französische Agrarunternehmen Suden unterstützt die russische Armee nicht nur mit Tarnnetzen, sondern auch mit Maschinen zur Herstellung und finanziert Hightech-Ausrüstung. Diese Zusammenarbeit erfolgt diskret, ist aber durch Social-Media-Beiträge und regionale Initiativen belegbar.
In den letzten vier Jahren hat sich der Krieg in der Ukraine zu einem Drohnenkrieg entwickelt. Beide Seiten setzen dabei auf wichtige Ausrüstungsgegenstände, um Menschen und Material zu schützen. Ein besonders bedeutendes Zubehör sind Tarnnetze, die Fahrzeuge und Ausrüstung vor feindlicher Beobachtung und Angriffen schützen.
In Russland hat die Produktion von Tarnnetzen höchste nationale Priorität. Dies wurde von Präsident Wladimir Putin selbst betont. Im ganzen Land werden Freiwilligenvereine gegründet, die sich der Herstellung von Tarnnetzen widmen. Die Gesamtfläche der von diesen Vereinen hergestellten Tarnnetze beläuft sich auf etwa 20 Millionen Quadratmeter.
Unsere Recherchen haben ergeben, dass ein französisches Unternehmen namens Suden, ein Agrarkonzern, der in Russland tätig ist, an den russischen Kriegsanstrengungen beteiligt ist. Suden beschäftigt rund 4000 Mitarbeiter in Russland und zählt große Kunden wie Coca-Cola und Nestlé.
Social-Media-Beiträge und Artikel in der russischen Presse zeigen, dass Suden nicht nur Tarnnetze an die russische Armee liefert, sondern auch Maschinen für deren Herstellung bereitstellt. Diese Maschinen werden verwendet, um Stoffbahnen zuzuschneiden, die dann auf Netze geflochten werden, welche als Schutzverkleidung für Panzer und Fahrzeuge an der Front dienen.
Darüber hinaus finanziert Suden auch Hightech-Ausrüstung für die russischen Truppen, was die Unterstützung des Unternehmens für die militärischen Operationen unterstreicht.
Der Krieg gegen die Ukraine wird in Russland als Sache aller betrachtet, insbesondere in der Region Lipetsk, die geschlossen hinter dem Krieg steht. Wladimir Serikov, Präsident des Regionalrats, initiierte die Kampagne "Die industriellen von Lipetsk für den Sieg".
An dieser Initiative sind 34 Unternehmen aus verschiedenen Branchen beteiligt, die bereits über 62.000 Artikel für die Front produziert haben. Dazu gehören Minenräumhaken, Magazine für Kalaschnikow-Sturmgewehre und Maschinen zur Herstellung von Tarnnetzen.
Interessanterweise sind nicht alle unterstützenden Unternehmen russisch. Einige ausländische Firmen in der Region Lipetsk unterstützen ebenfalls die militärische Spezialoperation. Wladimir Serikov arbeitet persönlich mit diesen Unternehmen zusammen, nennt jedoch keine Namen, um Konflikte mit den Muttergesellschaften zu vermeiden, da die Unterstützung der russischen Armee dem Image schaden könnte.
Auf der russischen Social-Media-Plattform VKontakte (VK) fanden wir eine Freiwillige, die Tarnnetze herstellt. Im Gespräch gab sie an, dass sie Maschinen zum Stoffschneiden verwendet, die aus einer Zuckerfabrik stammen, die den Soldaten der militärischen Spezialoperation hilft.
Diese Fabrik heißt Agrosnap Sacha und ist eine von vier Zuckerfabriken des französischen Unternehmens Suden in Russland.
Auf Telegram entdeckten wir eine weitere Freiwilligengruppe namens "Gemeinsam zum Sieg", deren Mitglieder dem Suden-Werk für die Bereitstellung einer Maschine zur Tarnnetzherstellung danken. Die Maschine ist fast fertiggestellt, und die Unterstützung von Agro Sacha wird ausdrücklich gewürdigt.
Suden ist in Russland sehr präsent und produziert dort Weizen, Sonnenblumen, Mais und vor allem Zucker. Das Unternehmen betreibt 15 Niederlassungen in ganz Russland, darunter Fabriken, landwirtschaftliche Betriebe und Büros. Laut dem Geschäftsbericht 2024 besitzt Suden nahezu 100 % des Kapitals dieser Einrichtungen.
In Kamenka befindet sich eine weitere Zuckerfabrik von Suden namens Atmis Sacha. Auf VK fanden wir eine Gruppe namens "Kamenka lässt seine Leute nicht im Stich", die Sammelaktionen für russische Soldaten organisiert. In einem ihrer Beiträge wird Atmis Sacha ausdrücklich erwähnt, was die Verbindung zwischen Suden und der Unterstützung der russischen Armee weiter bestätigt.
Der Ukrainekrieg hat sich zu einem Drohnenkrieg entwickelt, bei dem Tarnnetze eine entscheidende Rolle spielen. Russland hat die Produktion von Tarnnetzen zur nationalen Priorität erklärt und mobilisiert Unternehmen und Freiwillige landesweit. Das französische Agrarunternehmen Suden unterstützt die russische Armee nicht nur durch die Lieferung von Tarnnetzen, sondern auch durch die Bereitstellung von Maschinen zur Herstellung und die Finanzierung von Hightech-Ausrüstung. Diese Zusammenarbeit erfolgt diskret, ist jedoch durch Social-Media-Beiträge, regionale Initiativen und Unternehmensstrukturen belegbar. Die Unterstützung ausländischer Unternehmen in Russland für die militärische Spezialoperation bleibt ein heikles Thema, das sowohl wirtschaftliche als auch politische Implikationen hat.
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